Seit dem Mauerfall hat sich Berlin tiefgreifend verändert. Während die Stadt zwischen 1990 und 2010 nur langsam wuchs, setzte ab 2010 ein rasanter Bevölkerungsanstieg ein – mit spürbaren Folgen für die Zusammensetzung der Stadtgesellschaft. Parallel dazu hat sich der Wohnungsmarkt stark gewandelt und gilt heute als strukturell angespannt. Entsprechend ist das Thema Wohnen derzeit wieder auf Platz 1 in der politischen Auseinandersetzung. Doch die Debatte um bezahlbaren Wohnraum verweist auf eine weiterreichende Konfliktlinie: Wer kann sich Berlin leisten – und wer wird an den Rand gedrängt? Darin spiegeln sich die Spannungen zwischen dem Anspruch einer offenen Stadt und den Realitäten sozialer Ungleichheit wider.
Gemeinsam mit unserem Gast Ephraim Gothe diskutieren wir im Rahmen der Labora Lecture die wohnungs- und sozialpolitischen Entwicklungen der Berliner Stadtgesellschaft. In seinem Input wird Ephraim Gothe einen Einblick in die vielschichtige Berliner Debatte geben. Er wird besonders auf folgende Fragen eingehen:
- Wie hat sich die Berliner Stadtgesellschaft seit dem Mauerfall entwickelt, in ihrer sozialen Diversität und von wo kommen die Menschen?
- Warum ist Berlin zwischen 1990 und 2010 so wenig gewachsen und dann bis 2020 so stark?
- Wer ist die Berliner Stadtgesellschaft heute?
Dies wird durch kurze Inputs aus den Studien sowie der Praxisarbeit von Minor ergänzt und im Kreis der eingeladenen Expert*innen diskutiert.